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Milchviehhaltung

Häufig gestellte Fragen

Wissenschaftliche Antworten basierend auf NRC 2001 und NASEM 2021 Standards, erstellt von Doç. Dr. Mehmet ÇOLAK

29 Fragen NASEM 2021 Standards
Was finden Sie auf dieser Seite? Wissenschaftliche Antworten nach NRC/NASEM-Standards auf die häufigsten Rations-, Gesundheits- und Managementfragen von Milchviehhaltern.

Die Trockenmasseaufnahme liegt in der Regel bei 2,5-3,5% des Körpergewichts. Eine 600 kg schwere Kuh nimmt pro Tag meist 18-22 kg Trockenmasse auf. Bei Hochleistungskühen (>40 L/Tag) kann die Trockenmasseaufnahme auf 3,5-4% ansteigen. In der Übergangsperiode (vor und nach dem Abkalben) sinkt die Aufnahme, wodurch das Risiko einer negativen Energiebilanz (NEB) zunimmt. NASEM 2021 beschreibt die wichtigsten Einflussfaktoren im Detail, darunter den NDF-Gehalt der Ration, die Futterqualität, Temperatur und sozialen Stress.

Die Übergangsperiode umfasst die 3 Wochen vor dem Kalben und die 3 Wochen danach. In dieser Zeit sinkt die Trockenmasseaufnahme, während der Energiebedarf steigt. Dadurch entsteht eine negative Energiebilanz (NEB). Eine NEB begünstigt Ketose, Fettleber, Hypokalzämie, Mastitis, Metritis und eine schlechtere Fruchtbarkeit. In der Türkei verursachen Erkrankungen der Übergangsperiode etwa 40-60% der wirtschaftlichen Verluste in Milchviehbetrieben. Ein korrektes DCAD-Management sowie eine gezielte Calcium- und Energieversorgung senken dieses Risiko deutlich.

DCAD (Dietary Cation-Anion Difference) beschreibt die Differenz zwischen den Kationen (Na+, K+) und Anionen (Cl-, S2-) der Ration. Formel: DCAD = (Na + K) - (Cl + S) mEq/kg Trockenmasse. In der Trockenstehzeit hilft eine negative DCAD (-50 bis -150 mEq/kg), subklinische Hypokalzämie zu verhindern. Eine positive DCAD, insbesondere bei kaliumreichen Silagen, erhöht dagegen das Risiko. Da Maissilage in der Türkei häufig hohe Kaliumgehalte aufweist, ist das DCAD-Management besonders wichtig. Der VetKriter-Rationsrechner für Milchkühe berechnet die DCAD automatisch.

Der BCS wird auf einer Skala von 1 bis 5 beurteilt. Zum Kalben: 3,0-3,25. In der Laktationsspitze (4.-8. Woche): 2,5-2,75, da ein gewisser Verlust durch die NEB normal ist. Späte Laktation: 3,0-3,5 zur Regeneration. Trockenstehzeit: 3,25-3,5. Ein BCS >3,75 zum Kalben erhöht das Risiko einer Fettleber. Ein BCS <2,5 weist auf unzureichende Energiereserven hin und verschlechtert die Fruchtbarkeit. Ein BCS-Punkt entspricht etwa 56 kg Lebendgewicht.

Ketose entsteht in der Übergangsperiode, wenn sich die NEB verschärft und durch eine starke Fettmobilisation Ketonkörper ansteigen. Vorbeugung: 1) BCS in der Trockenstehzeit kontrollieren und zum Kalben 3,0-3,25 anstreben. 2) Übermäßige Energieversorgung in der Trockenstehzeit vermeiden, besonders in den letzten 3 Wochen. 3) Nach dem Kalben Propylenglykol geben (300-500 mL/Tag für 5-10 Tage). 4) Niacin ergänzen (6-12 g/Tag). 5) BHBA früh nach dem Kalben überwachen; >1,2 mmol/L spricht für eine subklinische Ketose. Auf VetKriter gibt es dazu ein detailliertes Protokoll.

Mastitis ist die teuerste Erkrankung in der Milchviehhaltung und verursacht etwa 300-500 USD Verlust pro Kuh und Jahr. Das 5-Punkte-Kontrollprogramm umfasst: 1) Vor- und Nachdippen, 2) Trockenstehertherapie, selektiv oder für alle Kühe, 3) rasche Behandlung klinischer Fälle, 4) Überwachung der somatischen Zellzahl mit einem Zielwert von <200.000 Zellen/mL und 5) Sanierung oder Ausmerzung chronischer Fälle. Auch Melkmaschinenwartung und Hygiene sind entscheidend. Kühe mit >400.000 Zellen/mL verursachen erhebliche wirtschaftliche Verluste.

Die klassische Trockenstehzeit beträgt 60 Tage. Nach aktuellen Daten aus NASEM 2021 können Hochleistungskühe (>10.000 L/Laktation) oft auch mit 40-50 Tagen gut zurechtkommen, während Kühe mit niedriger bis mittlerer Leistung meist von 45-60 Tagen profitieren. Eine Trockenstehzeit <30 Tagen kann die Milchleistung der nächsten Laktation mindern. Eine Trockenstehzeit >75 Tagen erhöht das Risiko für Verfettung und Stoffwechselstörungen. Die Dauer sollte deshalb an Leistung und Körperkondition angepasst werden.

NRC (National Research Council) veröffentlichte 2001 die Nutrient Requirements of Dairy Cattle, die lange als Goldstandard galten. NASEM (National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine) veröffentlichte 2021 die aktualisierte Fassung und ist heute der Nachfolger des NRC in der Milchviehernährung. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören aktualisierte Gleichungen für metabolisierbares Protein, eine verbesserte Berechnung des Bypass-Proteins, Temperaturkorrekturen und neue Formeln für Hochleistungskühe. Der VetKriter-Rationsrechner arbeitet mit NASEM 2021.

Die Energiebilanz ergibt sich aus Energieaufnahme minus Energieverbrauch. In den ersten 4-8 Laktationswochen ist eine gewisse negative Energiebilanz (NEB) normal, da die Kuh Körperfett mobilisiert. Die Schwere der NEB lässt sich über den BCS-Verlust abschätzen: Ein Verlust von 0,5-1,0 BCS-Punkten zwischen Kalbung und 60. Laktationstag ist meist akzeptabel. Stärkere Verluste erhöhen das Risiko für Ketose, Fettleber und Fruchtbarkeitsprobleme. In der Frühlaktation wird meist eine Energiedichte von 1,55-1,65 Mcal NEL/kg Trockenmasse angestrebt.

Der Pansen-pH sollte möglichst zwischen 6,0 und 6,8 liegen. Fällt er unter 5,8, steigt das Risiko einer subakuten Pansenazidose (SARA). SARA gehört zu den häufigsten Stoffwechselstörungen und kann zu Milchfettdepression, Durchfall, Lahmheit und Fressunlust führen. Einflussfaktoren sind stärke- oder zuckerreiche Rationen, zu wenig NDF, abrupte Futterwechsel und unzureichende Pufferung. Zur Vorbeugung sollten 28-32% NDF in der Trockenmasse eingehalten, Natriumbicarbonat (150-200 g/Tag) ergänzt und Futterumstellungen langsam vorgenommen werden.

NDF (Neutral Detergent Fiber) ist für die Pansengesundheit unverzichtbar und sollte in der Regel mindestens 28-30% der Trockenmasse ausmachen. Zusätzlich ist die physikalisch wirksame NDF (peNDF) wichtig, weshalb auch die Partikelgröße berücksichtigt werden muss. ADF (Acid Detergent Fiber) beeinflusst die Verdaulichkeit und sollte meist bei 17-21% liegen. Hohe ADF-Werte senken die Energiedichte, niedrige NDF-Werte erhöhen das SARA-Risiko. Bei Maissilage ist zudem die NDF-Verdaulichkeit (NDFD) wichtig, weil eine hohe NDFD die Energieaufnahme verbessert. Der VetKriter-Rationsrechner überprüft diese Werte automatisch.

Hypokalzämie bzw. Milchfieber gehört zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen der Milchkuh. Subklinische Hypokalzämie (Blut-Ca <2,0 mmol/L) betrifft etwa 25% der Erstkalbinnen und bis zu 50% der älteren Mehrkalbskühe. Zu den Managementstrategien gehören negative DCAD-Rationen in der Trockenstehzeit, in manchen Programmen eine kontrollierte Calciumrestriktion vor dem Kalben, orale Calciumergänzungen nach dem Kalben (z. B. Calciumpropionat oder Calciumchlorid), Vitamin-D-Metaboliten wie 25-OH D3 sowie eine regelmäßige Überwachung des Blutcalciums.

Nach NASEM 2021 benötigt eine Hochleistungskuh in der Regel 60-80 g Phosphor pro Tag. Der Phosphorgehalt der Ration sollte meist 0,32-0,38% der Trockenmasse betragen. Ein Überschuss erhöht die Phosphorausscheidung und damit die Umweltbelastung, kann Harnwegsprobleme begünstigen und das Calciumgleichgewicht stören. Ein Mangel kann Appetit, Milchleistung und Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Übliche Phosphorquellen sind Dicalciumphosphat, Mononatriumphosphat und Knochenmehl.

Magnesiummangel ist auch als Weidetetanie bekannt. Typische Symptome sind Nervosität, Muskelzittern, Gangstörungen, Krämpfe und plötzliche Todesfälle. Besonders risikoreich sind das Frühjahrsweiden mit jungem, kaliumreichem und magnesiumarmem Gras sowie der Beginn der Laktation. Der tägliche Magnesiumbedarf liegt meist bei 20-30 g/Tag. Zur Vorbeugung werden Magnesiumoxidgaben von 50-60 g/Tag in Risikoperioden empfohlen, außerdem sollte kaliumreiches Weidefutter begrenzt werden. Die Magnesiumaufnahme wird durch hohe Kalium- und Ammoniumgehalte gehemmt.

NASEM 2021 unterscheidet zwei wesentliche Proteinfraktionen: RDP (im Pansen abbaubares Protein), das die Pansenmikroben versorgt und meist etwa 60-65% des Gesamtproteins ausmacht, sowie RUP (Bypass-Protein), das den Pansen passiert und im Dünndarm aufgenommen wird, meist etwa 35-40%. Eine Hochleistungskuh benötigt häufig 2500-3000 g metabolisierbares Protein (MP) pro Tag. Lysin und Methionin sind die wichtigsten limitierenden Aminosäuren. Pansengeschütztes Methionin kann den Milcheiweißgehalt verbessern und die Leberfunktion unterstützen.

Vitamin E und Selen bilden gemeinsam einen zentralen Teil des antioxidativen Abwehrsystems. Folgen eines Mangels sind weiße Muskelkrankheit bei Kälbern, Nachgeburtsverhalten, ein erhöhtes Mastitisrisiko und eine schwächere Immunabwehr. In der Übergangsperiode steigt der Vitamin-E-Bedarf deutlich, häufig werden 1000-3000 IU/Tag empfohlen. Organisches Selen, etwa Selenomethionin, ist meist besser verfügbar als anorganische Quellen wie Natriumselenat. Da viele Böden in der Türkei selenarm sind, ist eine Supplementierung oft sinnvoll.

Hitzestress (THI >68) verschlechtert Milchleistung, Fruchtbarkeit und Immunfunktion und ist in den Sommermonaten in der Türkei ein erhebliches Problem. Fütterungsstrategien umfassen eine höhere Energiedichte, den Einsatz hochwertiger Bypass-Proteine, mehr Puffer, weil das SARA-Risiko steigt, sowie eine erhöhte Kalium- und Natriumversorgung zum Ausgleich von Schweißverlusten. Niacin (6-12 g/Tag) kann durch seine vasodilatierende Wirkung hilfreich sein. Diese Maßnahmen sollten immer mit Kühlsystemen wie Ventilatoren und Sprinklern kombiniert werden.

Eine Fettzulage wird vor allem in den ersten 100 Laktationstagen eingesetzt, um das Energiedefizit auszugleichen. Pansengeschützte Fette, etwa Calciumseifen oder gehärtete Fette, sind zu bevorzugen, da sie die Pansenfermentation weniger stören. Palmitinsäure (C16:0) unterstützt das Milchfett, während Ölsäure (C18:1) die Energiedichte erhöht. Insgesamt sollte die Fettzulage in der Regel 5-6% der Rationstrockenmasse nicht überschreiten. Zu viel Fett verschlechtert die Faserverdauung, stört den Pansen und kann die Futteraufnahme senken.

Niacin (Nikotinsäure) ist eine sinnvolle Ergänzung in der Milchkuhfütterung. Mögliche Vorteile sind eine verringerte Lipolyse und damit ein geringeres Ketoserisiko, eine bessere Thermoregulation bei Hitzestress durch Vasodilatation, eine Unterstützung der Leberfunktion und in manchen Studien auch eine leichte Verbesserung der Milchleistung. Die übliche Dosierung liegt bei 6-12 g/Tag, in der Übergangsperiode oft bei 12 g/Tag. Pansengeschütztes Niacin ist in der Regel wirksamer. Besonders sinnvoll ist die Ergänzung in der Übergangszeit und bei heißem Wetter.

Cholin ist für die Leberfunktion und den Fettstoffwechsel von großer Bedeutung. In der Übergangsperiode kann es helfen, eine Fettleber zu verringern. Es sollte pansengeschütztes Cholin eingesetzt werden, da normales Cholin im Pansen abgebaut wird. Üblich sind 15-25 g/Tag pansengeschütztes Cholin in der Übergangszeit. Mögliche Vorteile sind weniger Leberverfettung, eine bessere Milchleistung, verbesserte Fruchtbarkeit und ein geringeres Ketoserisiko. In vielen Fällen ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis günstig.

Maissilage ist in der Türkei die häufigste Grundfutterquelle. Wichtige Qualitätsparameter sind ein Trockenmassegehalt von 30-35%, ein pH-Wert von 3,8-4,2, ein Milchsäureanteil von >65% der gesamten Gärsäuren, NDF von 40-48%, ADF von 25-30%, eine NDF-Verdaulichkeit (NDFD) >50% und ein Stärkegehalt von 28-35%. Eine Mykotoxinuntersuchung ist ebenfalls wichtig, besonders auf Aflatoxin B1, das über AFM1 in die Milch gelangen kann. Werden die Silagewerte in den VetKriter-Rationsrechner eingegeben, lässt sich die Ration gezielt optimieren.

Biotin (Vitamin B7) ist für die Bildung des Klauenhorns erforderlich. Untersuchungen zeigen, dass eine Ergänzung von 20 mg Biotin pro Tag die Lahmheitsinzidenz um 30-50% senken kann (Midla et al., 1998; Bergsten et al., 2003). Biotin verbessert die Härte und Struktur des Klauenhorns. Der Effekt tritt jedoch nicht sofort ein, sondern erfordert meist 3-6 Monate kontinuierlicher Supplementierung. Da Lahmheit 300-500 USD pro Kuh und Jahr kosten kann, ist Biotin wirtschaftlich oft sinnvoll.

Die Trockenstehzeit wird meist in zwei Phasen eingeteilt. Frühe Trockenstehzeit (bis 3 Wochen vor dem Kalben): niedrige Energiedichte von etwa 1,25-1,35 Mcal NEL/kg Trockenmasse, hochwertiges Grundfutter und ein BCS-Ziel von 3,25-3,5. Vorbereitungsphase vor dem Kalben (letzte 3 Wochen): die Energiedichte schrittweise erhöhen, mit dem DCAD-Management beginnen und Calcium, Phosphor, Magnesium, Vitamin E und Selen bedarfsgerecht ergänzen. Bei überkonditionierten Kühen (BCS >3,75) ist eine strenge Energiekontrolle besonders wichtig.

Propylenglykol ist eine glukogene Substanz, die in der Leber zu Glukose umgewandelt wird. Wichtige Einsatzgebiete sind die Behandlung subklinischer Ketose (BHBA 1,2-2,9 mmol/L) sowie die Prophylaxe bei Risikokühen, etwa überkonditionierten Kühen (BCS >3,75), Zwillingskühen oder Kühen mit Nachgeburtsverhalten. Dosierung: zur Behandlung 300-500 mL/Tag für 5-10 Tage, zur Prophylaxe 200-300 mL/Tag von etwa 2 Wochen vor dem Kalben bis 2 Wochen danach. Die Gabe erfolgt als orale Drench oder eingemischt in die TMR. Mengen über 500 mL können toxisch sein.

TMR ist ein Fütterungssystem, bei dem alle Rationskomponenten vor der Vorlage vollständig gemischt werden. Vorteile sind weniger selektives Fressen, eine gleichmäßigere Nährstoffaufnahme mit jeder Bissportion, eine stabilere Pansen-pH-Lage mit geringerem SARA-Risiko, eine bessere Trockenmasseaufnahme, effizientere Arbeitsabläufe und weniger Futterverluste. Nachteile sind höhere Maschinenkosten und die Tatsache, dass eine falsche Mischdauer oder Mischreihenfolge die Wirkung verschlechtern kann. Die Partikelgröße sollte idealerweise mit einem Penn State Particle Separator kontrolliert werden. In größeren türkischen Betrieben verbreitet sich TMR zunehmend.

Harnstoff ist eine Quelle für Nicht-Protein-Stickstoff (NPN), die von den Pansenmikroben zunächst zu Ammoniak und dann zu mikrobiellem Protein verarbeitet wird. Sinnvoll ist der Einsatz vor allem bei einem Mangel an pansenabbaubarem Protein und wenn gleichzeitig ausreichend schnell fermentierbare Energie vorhanden ist, besonders in stärkereichen Rationen. Die praktische Obergrenze liegt bei etwa 150-200 g/Tag; höhere Mengen können zu Ammoniakvergiftungen führen. Harnstoff sollte immer zusammen mit leicht fermentierbaren Kohlenhydraten eingesetzt werden. Langsam freisetzende Produkte sind in der Regel sicherer. Bei Trockenstehern ist Vorsicht geboten.

Natriumbicarbonat (NaHCO3) wirkt als Pansenpuffer. Vorteile sind eine stabilere Pansen-pH-Lage, eine geringere SARA-Gefahr, Unterstützung der Speichelpufferung und der Erhalt des Milchfettgehalts, der bei dauerhaft niedrigem Pansen-pH oft abfällt. Besonders sinnvoll ist der Einsatz bei stärkereichen und faserarmen Rationen. Üblich sind 150-200 g/Tag, entsprechend etwa 0,7-0,8% der Rationstrockenmasse. In Kombination mit Magnesiumoxid im Verhältnis 2:1 ist die Wirkung oft noch besser. Ein Übermaß kann den Harn-pH erhöhen.

Diese Spurenelemente sind für Fruchtbarkeit, Immunität und Klauengesundheit wichtig. Zink unterstützt die Klauenintegrität, die Abwehr und die Fruchtbarkeit und wird meist mit 50-80 mg/kg Trockenmasse eingesetzt. Kupfer ist wichtig für Immunität, Pigmentierung und Enzymfunktionen und liegt meist bei 10-15 mg/kg Trockenmasse. Mangan unterstützt Brunst, Konzeption und Skelettentwicklung und wird meist mit 40-60 mg/kg Trockenmasse ergänzt. Organische Formen wie Proteinates und Aminosäurechelaten sind häufig besser verfügbar als anorganische. Hohe Eisen- oder Schwefelgehalte im Trinkwasser können die Aufnahme von Kupfer und Zink vermindern.

Jod ist für die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 unerlässlich. Mangelanzeichen sind Kropf bei Kühen oder Kälbern, Totgeburten, schwache Kälber, Haarausfall, geringere Milchleistung und Fruchtbarkeitsprobleme. In den Binnenregionen der Türkei kommt Jodmangel vergleichsweise häufig vor. Vorbeugung erfolgt über jodiertes Salz oder Mineralfutter. Der Bedarf liegt meist bei 0,5-0,8 mg/kg Trockenmasse. Brassica-Pflanzen wie Kohl oder Rüben sowie manche Wasserquellen können die Jodverfügbarkeit durch goitrogene Effekte verringern.

Doç. Dr. Mehmet ÇOLAK
Tierarzt & Zootechnik-Spezialist

Alle Antworten auf dieser Seite basieren auf NASEM 2021, NRC 2001 und aktuellen JDS/JAS-Artikeln.

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