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Dieser Inhalt wurde von Doç. Dr. Mehmet ÇOLAK auf Basis wissenschaftlicher Quellen erstellt.
Mastrinderfütterung

Mastbeginn und Anpassung bei Fleischrindern: Kritisches Management der ersten 30 Tage

Doç. Dr. Mehmet ÇOLAK 21 Januar 2026 95 Aufrufe

Der Beginn der Mast ist die kritischste und risikoreichste Phase der Fleischrinderhaltung. Neu angekommene Tiere sind mit Transportstress, Umweltveränderungen und Rationsänderungen konfrontiert.


Der Beginn der Mast ist die kritischste und risikoreichste Phase der Fleischrinderhaltung. Neu angekommene Tiere sind mit Transportstress, Umweltveränderungen und Rationsänderungen konfrontiert. Das richtige Management der ersten 30 Tage entscheidet über den Erfolg der gesamten Mastperiode.

1. Die Bedeutung der Anfangsphase der Mast

1.1 Kritischer Zeitraum

  • Das höchste Krankheits- und Sterberisiko liegt in den ersten 30–45 Tagen
  • Spitzenzeit der Atemwegserkrankungen (BRD).
  • Rumänischer Anpassungsprozess
  • Unterdrückung des Immunsystems

1.2 Ziele der Anfangsphase

  1. Den Stress der Tiere minimieren
  2. Anpassung der Pansenmikroflora an Kraftfutter
  3. Vorbeugung/frühzeitige Behandlung von Atemwegserkrankungen
  4. Futteraufnahme einleiten und steigern
  5. Unterstützung des Immunsystems

2. Tieradoption

2.1 Vorbereitung vor der Ankunft

  • Reinigung und Desinfektion von Paddocks
  • Steuerung von Futter- und Tränkestellen
  • Fertig sind hochwertige Trockenkräuter
  • Sauberes, frisches Wasser
  • Quarantänebereich

2.2 Ankunftsprotokoll

  • Sorgen Sie für sofortigen Zugang zu Wasser
  • Verwenden Sie in den ersten 24 Stunden nur hochwertiges getrocknetes Gras.
  • Individuelle Beurteilung (Trennung Patient/Verletzlicher)
  • Wiegen und Aufzeichnen
  • Bei Bedarf Elektrolytzusätze

2.3 Erste 24–48 Stunden

  • Ruhe hat Priorität
  • Unbegrenzt Wasser und Heu
  • Stressminimierung (ruhige Umgebung)
  • Beobachtung kranker Tiere
  • Kraftfutter wird noch nicht gegeben

3. Stressmanagement

3.1 Stressquellen

  • Versandstress: lange Fahrt, Stau
  • Sozialer Stress: Neue Gruppe, Hierarchie
  • Umweltstress: Neue Umgebung, Klimawandel
  • Ernährungsstress: Rationsänderung
  • Prozessstress: Impfung, Ohrmarke

3.2 Auswirkungen von Stress

  • Erhöhtes Cortisol → Immunsuppression
  • Rückgang des Futterverbrauchs
  • Veranlagung zu Atemwegserkrankungen
  • Pansenstörung
  • Gewichtsverlust

3.3 Strategien zur Stressreduzierung

  • Kurze Lieferzeiten
  • Ruhezeit bei der Ankunft
  • Ähnliche Gewichts-/Altersgruppe
  • Ausreichend Platz (15-20 m²/Kopf)
  • Leiser, leiser Betrieb
  • Transaktionen über einen längeren Zeitraum verteilen

4. Rumänische Anpassung

4.1 Warum ist Anpassung notwendig?

  • Die Pansenflora ist auf der Weide/im Raufutter anders
  • Kraftfutter erfordert eine unterschiedliche Bakterienpopulation
  • Plötzliche Veränderung → Azidose, Schwellung
  • Es sollten sich rumänische Papillen entwickeln

4.2 Anpassungsprozess

TagRaufutterkonzentriertGesamt-KM
1-3kostenloses trockenes Kraut0~1,5 % CA
4-7kostenlos0,5–1 kg~1,8 % CA
8-14Abnehmend2-3kg~2,0 % CA
15-21Abnehmend4-5 kg~2,2 % CA
22-30Mindestens6-7kg~2,5 % CA

4.3 Anpassungsregeln

  • Kraftfutter 10–15 % alle 3–4 Tage erhöhen
  • Reduzieren Sie den Raufutteranteil schrittweise
  • Stuhlkonsistenz überwachen (wässrig = sehr schnell)
  • Verfolgen Sie den Futterverbrauch
  • Achten Sie auf Anzeichen einer Azidose

5. Starterration

5.1 Eigenschaften der Starterration

ParameterZiel
Energie (ME)2,4-2,6 Mcal/kg km
Rohprotein%13-15
NDF%25-30
NFC%35-40
Raufutterverhältnis40-50 % (anfänglich)
Kalzium%0.6-0.8
Phosphor%0.35-0.45

5.2 Futterrohstoffe

  • Raufutter: Qualitätsheu, Maissilage
  • Energie: Gerste, Mais (gemahlen), Weizenkleie
  • Eiweiß: Sojabohnenmehl, Sonnenblumenmehl
  • Faser: Weizenstroh, Rübenschnitzel

5.3 Zusatzstoffe

  • Puffer: Natriumbicarbonat (0,5-1%)
  • Ionophor: Monensin (Panseneffizienz)
  • Vitamin-Mineral-Vormischung
  • Hefe: Rumänische Funktionsunterstützung

6. Wassermanagement

6.1 Bedeutung von Wasser

  • Beeinflusst direkt den Futterverbrauch
  • Dehydration → Schlechte Leistung
  • Kritisch nach dem Versand

6.2 Wasserbedarf

  • Täglich: 30-50 Liter/Kopf (abhängig von der Temperatur)
  • Trinkfläche: 5-7 cm/Kopf
  • Sauberes, frisches, kühles Wasser
  • 24/7-Zugang

7. Gesundheitsmanagement

7.1 Gesundheitsprotokoll bei Ankunft

  • Einzeluntersuchung
  • Trennung kranker/schwacher Tiere
  • Parasitenbehandlung (falls erforderlich)
  • Impfplan (nach Abklingen des Stresses)

7.2 Zeitpunkt der Impfung

  • Nicht bei der Ankunft, 7–14 Tage danach
  • Bessere Immunantwort, wenn Stress reduziert wird
  • Impfstoffe gegen Atemwegserkrankungen haben Priorität

7.3 BRD-Überwachung (Atemwegserkrankungen).

Frühe Symptome:

  • laufende Nase
  • Husten
  • Schnelles/schwieriges Atmen
  • Fieber (>39,5°C)
  • Appetitlosigkeit
  • Depression, Verlassen der Gruppe

7.4 Tägliche Beobachtung

  • früh am Morgen
  • Verhalten im Umgang mit Futter- und Tränke
  • Atmung, Stuhlgang, Allgemeinzustand
  • Erkrankte Tiere sofort trennen

8. Immununterstützung

8.1 Immunität durch Ernährung

  • Vitamin E: 400-1000 IE/Tag
  • Selen: 0,3 ppm
  • Zink: 75–100 ppm
  • Kupfer: 10-15 ppm
  • Vitamin A: 30.000–50.000 IE/Tag

8.2 Zusätzliche Unterstützungen

  • Probiotika
  • Maya-Kultur
  • Beta-Glucan

9. Leistungsüberwachung

9.1 Ziele für den ersten Zeitraum

ParameterZiel
Tägliche Lebendgewichtszunahme0,8-1,2 kg (Anpassung)
Futterverbrauch (30. Tag)2,5 % Lebendgewicht
Krankheitsrate<%15
Sterblichkeitsrate<%2

9.2 Führen von Aufzeichnungen

  • Ankunftsgewicht
  • Wöchentliches/zweiwöchentliches Wiegen
  • Futterverbrauch
  • Krankheits- und Behandlungsunterlagen
  • Sterbeurkunden

10. Häufige Fehler

  • ❌ Geben Sie sofort nach der Ankunft Kraftfutter
  • ❌ Sehr schneller Rationswechsel
  • ❌ Unzureichender Wasserzugang
  • ❌ Sofortige Impfung bei Ankunft
  • ❌ Überfüllung
  • ❌Kranke Tiere zu spät bemerken
  • ❌ Mischen von Tieren aus verschiedenen Quellen

Fazit

Die erfolgreiche Bewältigung der Mastanlaufphase entscheidet über die Gesamtleistung der Mast. Geduld, sorgfältige Beobachtung und schrittweise Anpassung sind der Schlüssel.

Grundprinzipien:

  1. Ruhe und Wasser haben bei der Ankunft Priorität
  2. Allmählicher Übergang zu Kraftfutter (21–30 Tage)
  3. Stressminimierung
  4. Tägliche Gesundheitsüberwachung
  5. Früherkennung und Behandlung von Krankheiten
  6. Immununterstützung
  7. Detaillierte Aufzeichnungen

Bibliographie

Duff, G. C. & Galyean, M. L. (2007). Vom Vorstand eingeladene Überprüfung: Jüngste Fortschritte beim Management von stark gestressten, neu aufgenommenen Mastrindern. Zeitschrift für Tierwissenschaften, 85(3), 823-840.

Step, D. L., et al. (2008). Auswirkungen der Vermischung von Mastkälbern aus verschiedenen Quellen und Entwöhnungsprotokollen während einer zweiundvierzigtägigen Aufnahmeperiode auf die Leistung und Atemwegserkrankungen bei Rindern. Zeitschrift für Tierwissenschaften, 86(11), 3146-3158.

Tags: Beginn der Mast Pansenanpassung Mastrinder Stressmanagement Anfangsration

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