Die Milchziegenhaltung ist ein Zweig der Tierhaltung, der weltweit und in der Türkei immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ziegenmilch ist besonders wertvoll für Kuhmilchallergiker und in der Käseherstellung. Für eine hohe Milchleistung müssen die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Ziegen berücksichtigt werden.
1. Eigenschaften von Milchziegen
1.1 Milchleistung
| Rennen | Stillzeit | Milchleistung (L/Jahr) |
|---|---|---|
| Saanen | 270-305 Tage | 800-1200 |
| alpin | 260-290 Tage | 700-1000 |
| Haarziege | 150-180 Tage | 150-250 |
| Malta | 200-240 Tage | 400-600 |
1.2 Fressverhalten von Ziegen
- Selektives Essverhalten (Browser)
- Bevorzugt Sträucher, Blätter und Rinde
- Hoher Proteinbedarf
- Die Kupfertoleranz ist gering
- Empfindlich gegenüber Futterveränderungen
2. Stillzeiten
2.1 Frühe Stillzeit (0–8 Wochen)
- Spitzenmilchleistung: 4-8. Woche
- höchsten Nährstoffbedarf
- Gefahr einer negativen Energiebilanz
- Gefahr einer Ketose
2.2 Mittlere Laktation (8–20 Wochen)
- Die Milchleistung ist stabil oder leicht rückläufig
- Futterverbrauch maximal
- Der Körperzustand erholt sich
2.3 Späte Laktation (20+ Wochen)
- Die Milchleistung nimmt ab
- Die Schwangerschaft kann beginnen
- Zustandsspeicherung
3. Nährstoffbedarf
3.1 Energie
| Milchleistung (L/Tag) | ME (Mcal/Tag) |
|---|---|
| Trockenperiode | 2.0-2.5 |
| 2 Liter | 3.5-4.0 |
| 4 Liter | 5.0-5.5 |
| 6 Liter | 6.5-7.0 |
3.2 Protein
- Trockenzeit: 10-12 % HP
- Frühe Laktation: 16-18 % PS
- Mittlere bis späte Laktation: 14–16 % PS
- Umsetzbares Protein ist wichtig
3.3 Trockenmasseaufnahme
- 3-5 % des Lebendgewichts
- 60 kg Ziege → 1,8–3,0 kg TM/Tag
- Erhöht sich je nach Milchleistung
4. Rationsvorbereitung
4.1 Raufutter
- 40-60 % der Ration
- Qualitätsheu (Mischhülsenfrüchte)
- Maissilage
- Busch und Blätter (wenn möglich)
4.2 Kraftfutter
| Milchleistung | Konzentrat (kg/Tag) |
|---|---|
| 2L/Tag | 0.5-0.7 |
| 4L/Tag | 1.0-1.3 |
| 6L/Tag | 1.5-1.8 |
4.3 Zusammensetzung des Kraftfutters
| Rohstoff | Rate (%) |
|---|---|
| Gerste | 35-40 |
| Ägypten | 20-25 |
| Sojabohnenmehl | 15-20 |
| Sonnenblumenmehl | 10-15 |
| Schuppen | 10-15 |
| Mineralstoff-Vitamin | 2-3 |
5. Mineralien und Vitamine
5.1 Kritische Mineralien
| mineralisch | brauchen | Achtung |
|---|---|---|
| Kalzium | %0.6-0.8 | entscheidend für Milch |
| Phosphor | %0.35-0.45 | Ca:P-Verhältnis 1,5-2:1 |
| Magnesium | %0.25-0.30 | Tetanie-Prävention |
| Selen | 0,2–0,3 ppm | Immunität |
| Kupfer | 10-15 ppm | Anders als Schafe! |
5.2 Vitamine
- Vitamin A: 8.000–10.000 IE/Tag
- Vitamin D: 1.500–2.000 IE/Tag
- Vitamin E: 100-200 IE/Tag
6. Wassermanagement
6.1 Wasserbedarf
- Trockenzeit: 4-6 l/Tag
- Laktation: 8-15 l/Tag (abhängig von der Milchleistung)
- 1,5–2 l zusätzliches Wasser pro 1 l Milch
6.2 Wasserqualität
- Sauberes, frisches Wasser
- Unbegrenzter Zugang
- im Winter frostfrei
7. Besondere Situationen
7.1 Ketose
- Risiko in der frühen Laktation
- Hoher Anteil an Ziegen mit Zwillingen/Drillingen
- Symptome: Appetitlosigkeit, Acetongeruch
- Vorbeugung: Ausreichende Energie, Propylenglykol
7.2 Milchfieber
- Postpartale Hypokalzämie
- Risiko bei Hochleistungsziegen
- Vorbeugung: Kalziummanagement während der Trockenperiode
7.3 Azidose
- Vermeiden Sie zu konzentriertes Futter
- Allmähliche Rationsänderung
- Ausreichend Raufutter
8. Weidemanagement
8.1 Weidevorteile
- niedrige Kosten
- natürliches Verhalten
- Vitamin-D-Synthese
- Übung
8.2 Nachteile der Weide
- Variabler Nährstoffgehalt
- Gefahr von Störungen
- Gefahr giftiger Pflanzen
- Für eine hohe Effizienz möglicherweise nicht ausreichend
8.3 Ergänzungsfütterung
- Konzentrierte Ergänzung bei unzureichender Weidefläche
- Hochproduktive Ziegen müssen vorhanden sein
- Abends Rückkehr in die Scheune
9. Milchqualität und Ernährung
9.1 Faktoren, die die Milchzusammensetzung beeinflussen
- Fett: Ballaststoffverhältnis, Faserqualität
- Eiweiß: Proteingehalt in der Nahrung
- Laktose: Energieaufnahme
9.2 Milchfett erhöhen
- Ausreichend Raufutter (40 %+)
- wirksame Ballaststoffe
- Tampongebrauch
10. Praktische Vorschläge
- ☐ Hochwertiges Raufutter zur Verfügung gestellt
- ☐ Kraftfutter je nach Milchleistung angepasst
- ☐ Ziegenmineral wird verwendet (kein Schaf!)
- ☐ Unbegrenzter Zugang zu sauberem Wasser
- ☐ Der Körperzustand wird überwacht
- ☐ Die Milchleistung wird erfasst
Fazit
Der Erfolg in der Milchziegenhaltung hängt von der Erfüllung der besonderen Ernährungsbedürfnisse der Ziegen ab.
Grundprinzipien:
- Passen Sie Energie und Protein entsprechend der Milchleistung an
- Stellen Sie hochwertiges Futter bereit
- Verwenden Sie für Ziegen entwickelte Mineralien
- Sorgen Sie für ausreichend sauberes Wasser
- Achten Sie auf Stoffwechselerkrankungen
- Verfolgen Sie den Zustand des Körpers
Bibliographie
NRC. (2007). Nährstoffbedarf kleiner Wiederkäuer. National Academies Press.
Morand-Fehr, P. & Sauvant, D. (1980). Zusammensetzung und Ertrag von Ziegenmilch unter Einfluss von Ernährungsmanipulationen. Journal of Dairy Science, 63(10), 1671-1680.