Der Schlüssel zur Rentabilität in der Milchviehhaltung richtige Rationstoppen Während eine Unterfütterung die Milchleistung verringert, erhöht eine Überfütterung die Kosten und führt zu Stoffwechselerkrankungen.
In diesem Ratgeber lernen Sie die Grundlagen zur Berechnung der Milchkuhration kennen. Am Ende des Artikels:
- So berechnen Sie den Trockenmasseverbrauch (DMT)
- Wie man Energie und Protein in Einklang bringt
- Anpassung der Ration an die Laktationsperiode
- Praktische Tipps zur Rationsgestaltung
Du wirst es gelernt haben.
1. Trockenmasseverbrauch (DMT): Die Grundlage von allem
1.1 Was ist SPG?
Der Trockenmasseverbrauch ist der Anteil des Futters, den das Tier täglich aufnimmt, ohne Wasser. Alle Nährstoffe (Energie, Protein, Mineralien) werden auf Trockenmassebasis berechnet.
1.2 Faktoren, die KMT beeinflussen
| Faktor | Auswirkungen |
|---|---|
| Lebendgewicht | Schwerere Kühe fressen mehr |
| Milchleistung | Pro 1 kg Milch steigt der KMT-Wert um ca. 0,4 kg |
| Stillzeit | Niedrig in der frühen Laktation, steigt nach dem Höhepunkt an |
| Futterqualität | Erhöht den Verbrauch von hochwertigem Raufutter |
| Umgebungstemperatur | Bei heißem Wetter sinkt der Verbrauch um 10–25 % |
1.3 SPG-Berechnungsformel (NRC 2001)
Für laktierende Kühe:
YDS: fettkorrigierte Milch (kg), CA: Lebendgewicht (kg), LH: Laktationswoche
1.4 Praktische SPG-Tabelle
| Lebendgewicht | 20 kg Milch | 30 kg Milch | 40 kg Milch |
|---|---|---|---|
| 550kg | 18-19 kg Selbstfahrlafette | 21-22 kg Selbstfahrlafette | 24-25 kg Selbstfahrlafette |
| 650kg | 19-20 kg Selbstfahrlafette | 22-23 kg Selbstfahrlafette | 25-27 kg Selbstfahrlafette |
| 750kg | 20-21 kg Selbstfahrlafette | 23-24 kg Selbstfahrlafette | 26-28 kg Selbstfahrlafette |
2. Energiebedarf: Treibstoff der Milchproduktion
2.1 Energieeinheiten
In der Türkei häufig verwendete Energieeinheiten:
- NEL (Nettoenergie-Laktation): in Mcal oder MJ
- ME (Umsetzbare Energie): Nutzbarer Anteil der verdauten Energie
2.2 Energiebedarfsberechnung
Der Gesamtenergiebedarf setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
| Komponente | Formel | Beschreibung |
|---|---|---|
| Überlebensanteil | 0,08 × CA^0,75 Mcal NEL | Für Körperfunktionen |
| Milchproduktion | 0,74 × Milch (kg) Mcal NEL | pro kg Milch (~4% Fett) |
| Schwangerschaft | +2-4 Mcal in den letzten 2 Monaten NEL | Für die Wadenentwicklung |
2.3 Beispielrechnung
Wohnanteil: 0.08 × 650^0.75 = 0.08 × 128.8 = 10,3 Mcal NEL
Milchproduktion: 0.74 × 35 = 25,9 Mcal NEL
Gesamt: 10.3 + 25.9 = 36,2 Mcal NEL/Tag
Ration NEL Dichte: 36,2 ÷ 23 kg SPG = 1,57 Mcal/kg km
3. Proteinbedarf: Protein für Milchprotein
3.1 Proteinkonzepte
- HP (Rohprotein): Gesamtstickstoff × 6,25
- MP (metabolisierbares Protein): Tatsächliches Protein, das im Dünndarm absorbiert wird
- RDP (Rumen Degraded Protein): Für rumänische Mikroben
- RUP (im Pansen nicht abgebautes Protein): Bypass-Protein
3.2 Proteinbedarf
| Milchleistung | HP (%KM) | MP (g/Tag) |
|---|---|---|
| 20-25kg | %14-15 | 1800-2100 |
| 25-35kg | %15-16 | 2100-2600 |
| 35-45kg | %16-17 | 2600-3200 |
| 45+kg | %17-18 | 3200+ |
3.3 Energie-Protein-Balance
- Mehr Protein, weniger Energie: Der Harnstoffgehalt nimmt zu, die Leber ermüdet, die Fruchtbarkeit nimmt ab
- Weniger Protein, mehr Energie: Milcheiweiß nimmt ab und es entsteht Fett
Ideales Verhältnis: 45-50 g MP pro 1 Mcal NEL
4. Ration entsprechend der Laktationsperiode
4.1 Stillzeiten
| Zeitraum | Dauer | Funktion |
|---|---|---|
| Trockenperiode (früh) | Trocken gehen – 3 Wochen vor der Geburt | Niedrige Energie, Brustruhe |
| Trockenzeit (spät) / Übergang | 3 Wochen vor der Geburt - Geburt | Energiesteigerung, Pansenanpassung |
| Frühe Stillzeit | 0-70 Tage | Negative Energiebilanz, Spitzeneffizienz |
| Mittlere Laktation | 70-200 Tage | Positive Energiebilanz, Fitnesserholung |
| Späte Laktation | 200-305 Tage | Die Produktivität nimmt ab, die Schwangerschaft schreitet voran |
4.2 Rationsmerkmale nach Zeiträumen
| Parameter | Trocken (früh) | Übergang | Frühe Laktat. | Mittlerer Milchsäuregehalt. |
|---|---|---|---|---|
| NEL (Mcal/kg) | 1.25-1.35 | 1.50-1.60 | 1.65-1.75 | 1.55-1.65 |
| PS (%) | 12-13 | 14-15 | 16-18 | 15-16 |
| NDF (%) | 40-45 | 33-38 | 28-32 | 30-35 |
| Konzentrat (%) | 20-30 | 35-45 | 55-65 | 50-55 |
5. Praktische Rationsformulierung
5.1 Grundprinzipien
- Raufutterbasis: Min. 40 % Raufutter (bezogen auf TM)
- NDF-Steuerung: Min. 28 %, max. 40 % (mind. 21 % aus Futter)
- Stärkekontrolle: Max. 25-28 % (Azidoserisiko)
- Ölgrenze: Max. 6-7 % (für die Pansenfunktion)
5.2 Probenration (35 kg Milch/Tag)
| Köder | Menge (kg KM) | %-Ration |
|---|---|---|
| Maissilage | 8.0 | 35% |
| Klee getrocknetes Gras | 3.5 | 15% |
| Mais (geknackt) | 4.5 | 20% |
| Gerste (geschrotet) | 2.0 | 9% |
| Sojabohnenmehl | 2.5 | 11% |
| Baumwollsamenmehl | 1.5 | 7% |
| Mineral-Vitamin-Vormischung | 0.5 | 2% |
| GESAMT | 22.5 | 100% |
Nährwerte dieser Ration:
- NEL: ~1,65 Mcal/kg km
- HP: ~16,5 %
- NDF: ~32 %
- Raufutteranteil: ~50 %
5.3 Rationscheckliste
✅ Aktivitäten:
- Lassen Sie die Raufutterqualität analysieren
- Verwenden Sie TMR (Total Mixed Ration)
- 2-3 mal täglich füttern
- Stellen Sie sicher, dass immer sauberes Wasser zur Verfügung steht
- Verfolgen Sie den Körperzustandswert
❌ Dinge, die Sie vermeiden sollten:
- Plötzliche Rationsänderungen
- Extrem konzentriertes Futter (65+%)
- Schimmeliges oder verdorbenes Futter
- Zu wenig Raufutter
- Unausgewogene Mineralstoffverhältnisse
6. Häufige Fehler und Lösungen
| Fehler | Fazit | Lösung |
|---|---|---|
| Niedriger Energieverbrauch während der Übergangszeit | Ketose, Fettleber | Erhöhen Sie die Energie 3 Wochen vor der Geburt schrittweise |
| Übermäßig konzentriert in der frühen Laktation | Pansenazidose, Lahmheit | Konzentrat schrittweise steigern, NDF beibehalten |
| Zu wenig wirksame Ballaststoffe | Milchfett nimmt ab, Azidose | Min. Geben Sie 2-3 cm langes Raufutter |
| Unausgeglichenes Ca:P-Verhältnis | Milchfieber, Knochenprobleme | Halten Sie das Ca:P-Verhältnis bei 1,5–2:1 |
7. Fazit
Die Rationsformulierung ist für einen erfolgreichen Milchviehbetrieb von entscheidender Bedeutung:
- Berechnen Sie KMT richtig - Die Basis von allem
- Stellen Sie ein Energie-Protein-Gleichgewicht her - Für Leistungsfähigkeit und Gesundheit
- Je nach Laktationszeitraum anpassen - Es gibt keine Einheitsration
- Achten Sie auf die Qualität des Raufutters - Billiges Futter wird teuer
→ Milchkuhration berechnen (NRC/NASEM)
Bibliographie
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NASEM (Nationale Akademien der Wissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Medizin). (2021). Nährstoffbedarf von Milchvieh (8. rev. Aufl.). National Academies Press. https://doi.org/10.17226/25806
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